Was kostet ein Schweizer Depot?
Die Frage nach den Kosten kommt meist spät im Gespräch, und sie kommt oft in der Erwartung, dass es teuer wird. Das stimmt im Vergleich zu einem deutschen Direktanbieter — nur setzen sich die Kosten anders zusammen, als die meisten vermuten.
Die vier Posten
Die Depotgebühr wird üblicherweise vierteljährlich berechnet und richtet sich nach dem Depotwert oder ist als Grundgebühr ausgestaltet. Sie ist der Posten, den man sofort sieht, und selten der größte.
Die Transaktionskosten fallen bei jedem Kauf und Verkauf an. Sie sind höher als bei deutschen Direktanbietern, dafür in der Regel niedriger als bei einer deutschen Filialbank.
Die Umsatzabgabe, umgangssprachlich Stempelsteuer, ist der Posten, den fast niemand auf der Rechnung hat. Sie fällt bei Kauf und Verkauf von Wertschriften über einen Schweizer Effektenhändler an. Bei ausländischen Titeln beträgt der gesetzliche Satz 0,3 Prozent, geteilt zwischen den Vertragsparteien — der Anleger trägt 0,15 Prozent. Bei Schweizer Titeln entsprechend die Hälfte.
Die Währungsumrechnung schließlich. Wer in Euro einzahlt und in Dollar kauft, zahlt eine Umrechnungsmarge. Bei einem Multiwährungskonto lässt sich das steuern, indem Guthaben in der jeweiligen Währung gehalten wird — es entfällt aber nicht automatisch.
Der Posten, der die Rechnung verändert
Die Umsatzabgabe ist nicht rückforderbar und für Privatanleger nicht absetzbar. Sie ist keine Steuer auf einen Ertrag, sondern auf den Vorgang.
Daraus folgt etwas Praktisches: Wenige große Käufe sind erheblich günstiger als viele kleine. Ein monatlicher Sparplan über zwölf Ausführungen im Jahr löst zwölfmal die Abgabe aus, zwei Einmalanlagen nur zweimal. Bei gleichem Anlagebetrag ist das ein spürbarer Unterschied.
Ein Schweizer Depot ist deshalb kein Sparplandepot. Es ist ein Depot für Beträge, die in größeren Schritten angelegt werden.
Was oft vergessen wird
Der Steuernachweis. Wer einen Nachweis nach deutschem Steuerrecht bestellt, zahlt dafür eine Gebühr, die sich nach der Anzahl der Transaktionen richtet. Das ist ein jährlicher Posten, der in keiner Konditionenübersicht auftaucht, weil er keine Bankgebühr im engeren Sinn ist. Mehr dazu unter Schweizer Depot: Was in die Steuererklärung gehört.
Dazu kommen Mindestanlagesummen. Sie sind keine Kosten, bestimmen aber, ob der Weg überhaupt infrage kommt. Unterhalb bestimmter Beträge steht der Aufwand in keinem Verhältnis.
Wie man das einordnet
Der ehrliche Vergleich lautet nicht „Schweizer Depot gegen deutsches Direktdepot“. Bei reiner Kostenbetrachtung gewinnt das deutsche Depot, und zwar deutlich.
Der sinnvolle Vergleich lautet: Was ist mir die Aufteilung auf eine zweite Rechtsordnung und eine zweite Währung wert? Das ist keine Renditefrage. Wer ein Schweizer Depot wegen einer erhofften Mehrrendite eröffnet, hat den Zweck missverstanden — die Kosten laufen in die andere Richtung.
Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.
Was Sie vorher durchrechnen sollten
Wie oft Sie voraussichtlich handeln werden. Wie hoch der Betrag ist, der tatsächlich außerhalb liegen soll. Und ob Sie den jährlichen Aufwand für den Steuernachweis einplanen wollen oder das mit Ihrem Steuerberater aus dem einfachen Ausweis herleiten.
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Geldanlagen unterliegen Wertschwankungen und können zu Verlusten führen. Bei Anlagen in Fremdwährung kommt ein Währungsrisiko hinzu. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Dieser Beitrag stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung dar.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt.